Herstellungsprozess unserer Glasprodukte

Wo kommt unser Altglas her? 

Unser bester Freund ist, der uns allen bekannte, Altglascontainer. Also ja - Glas in einen Container werfen, bringt wirklich etwas. Der Grünglascontainer (links) ist hierbei unser Favorit. Wenn die Container bei uns ankommen, wird erst einmal sortiert. Es ist nicht wichtig, dass die eingeworfenen Flaschen noch ganz geblieben sind. Allerdings sind größere Bruchteile von Vorteil, dazu aber später mehr. Falsch eingeworfene Abfälle, sowie Fremdstoffe wie Metalle werden hierbei aussortiert. Wir verwenden eine Mischung aus dunkelgrünem, leicht grünlichem und transparentem Glas, wie wir es von Wein- oder Ölflaschen kennen. Für die Aufwertung ist grünes Glas vorteilhafter, denn Weiß- und Braunglas sind besonders farbempfindlich. Grün verträgt die höchsten Fehlfarbeinträge. Das hängt mit der Chemie des Glases zusammen.   

Vereinfacht gesagt: Nun wird es heiß - und zwar 1460 °C. Der Rohstoff wird im Schmelzofen eingeschmolzen. Noch sind weder Form noch Farbe der zukünftigen Vase zu erahnen. Das rotglühende, geschmolzene Glas tropft in die Form. Nachdem das Glas abgekühlt ist, erhält die geformte Vase, dank des Altglases, ihre charakteristische transparente aber dennoch grünliche Farbe. Das heißt, jede Vase, egal welche zukünftige Farbe sie besitzen wird, ist erst einmal transparent (mit einem leichten Grünstich). Nun kann auch schon der Dekorationsprozess und das Spiel mit den Farben beginnen.  

Also, wie wird beispielsweise unsere Vase "Chloé" nun blau? 

Während des Dekorationsprozesses wird die Vase mit organischer, blauer Farben besprüht. Diese wird dann bei bis zu 200 °C eingebrannt.

Aber Glas ist doch eh schon nachhaltig -  Wieso denn jetzt unbedingt Altglas-Produkte verwenden? 

Um Neuglas herzustellen, müssen Rohstoffe wie Quarzsand, Kalk und Soda unter hohem Energieaufwand miteinander verschmolzen werden. Im Gegensatz dazu sind deutlich geringere Temperaturen notwendig, wenn Altglas dabei im Spiel ist. Als Faustregel gilt: Je mehr altes Glas bei der Herstellung verwendet wird, desto geringer ist der Energiebedarf. Dementsprechend sinkt auch der CO2-Ausstoß. Ein weiterer Pluspunkt beim Glasrecycling ist, dass sich in erheblichem Maß Primärrohstoffe einsparen lassen. Recyclingglas-Produkte sind demnach ressourcenschonender. Theoretisch könnte neues Glas auch nur aus Quarzsand und einigen Zuschlagstoffen hergestellt werden. Der Sand schmilzt bei großer Hitze, um beim Abkühlen zu Glas zu erstarren. Kalk oder Feldspat stabilisieren unter anderem das Glas, machen es glänzend und haltbar. Hierfür muss man allerdings viel Energie aufwenden. In den Altglasresten hingegen haben sich diese chemischen Prozesse zwischen den einzelnen Glaszutaten bereits vollzogen. Je mehr Scherben für die Glasherstellung recycelt werden, umso weniger Energie muss eingesetzt werden. Aufgrund dessen verwenden wir 100 % Altglasreste. 

Herausforderungen: 

Während die meisten Glasflaschen in Deutschland zu etwa 70 Prozent aus Altglas bestehen, fertigen wir aus 100 % Scherben. Das erhöht die Anforderung an die Qualität der Aufbereitung. Denn je mehr Scherben zum Einsatz kommen, desto höher ist das Risiko, dass Störstoffe in die Glaswanne gelangen. Während des gesamten Herstellungsprozesses wird auf die Umwelt geachtet. Demzufolge wird Altglas oft erst einmal gesammelt, um unnötige Transportwege zu vermeiden. Ist genug altes Glas gesammelt worden, wird es auf große Transporteinheiten verladen. Bis es dann bei uns in der Glashütte ankommt, ist es bereits in kleinere Scherben und Splitter zerbrochen. Dies erschwert das Recycling. Splitter bringen beispielsweise viel Sauerstoff in die Schmelzwanne. Aufgrund dessen könnten sich Bläschen im Glas bilden. 

Wie oft kann man Glas recyceln? 

Bei Kunststoff oder Papier nimmt die Qualität immer mehr ab. Bei Glas gibt es diesen Downcycling-Effekt nicht.

Das heißt also: Mit deiner Hilfe kann aus unserer Vase „Valentina“ im nächsten Leben die Vase „Chloé“ werden!