Wie aus 100 Jahre altem Parkett ein Tisch entsteht - Der Herstellungsprozess unserer Greta

Wo kommt unser um die 100 Jahre altes Parkett her? 

Wir sind stets auf der Suche nach hochwertigen, bereits in Verwendung gewesenen, Parkett aus Deutschland.
Unter anderem haben wir unser Parkett hier gefunden:
 
  • in einem verlassenen Bahnhof im Spreewald
  • in einem Bauernhaus aus dem Ruhrpott
  • in einer ehemaligen DDR-Turnhalle (Ost-Berlin)
  • in einer Hamburger Kneipe
  • oder aber in den wunderschönen Berliner Altbauten 


(Fund: Stabparkett der ehemaligen DDR-Turnhalle)

Also ganz getreu unserem Motto "Aus Alt mach Neu" schenken wir dem alten Parkett, in Form einer Tischplatte, ein schönes, neues Leben.

 

Worauf wir besonders achten: Die Qualität und Auswahl unserer Materialen

Unser Parkett besteht immer aus einem Stück Voll- bzw. Massivholz. Wir verwenden Stabparkett, um es später im Fischgrätenmuster verlegen zu können. Massivholz erkennst du an der Schnittkante. Hier wurde zusätzlich nichts aufgeklebt, alles hat einen natürlichen Charakter. Des Weiteren ist ein Stück Parkett aus Massivholz sehr stabil und robust. Aufgrund dessen ist massiver Parkettboden dauerhaft und muss bei starker Beanspruchung nur abgeschliffen, nicht aber erneuert werden. Wird ein Parkettboden abgeschliffen und renoviert, werden etwa 0,5 Millimeter der Nutzschicht abgetragen. Daher kann der Boden mehrmals aufgearbeitet werden. Es können sich an einem guten Massivholzparkett sogar noch die Enkel und Urenkel des Erstverlegers erfreuen. Demnach eignet sich Parkett perfekt für uns zum upcyceln.

Bei unserer Auswahl achten wir nicht nur auf das Alter und die Beschaffenheit des Parketts, sondern auch darauf, wie es vor 100 Jahren verlegt wurde. Unser historisches Parkett wurde stets schwimmend verlegt, d.h. früher also nie verklebt und enthält demnach keine Giftstoffe.

Aber wie wird nun aus 100 Jahre altem Parkett unsere Tischplatte "Greta"?

Ist das alte Parkett erst einmal bei uns in der Tischlerei angekommen, wird es nach Qualität sortiert, bearbeitet, gereinigt und aufgewertet.

Beispielsweise wurde unser Parkett aus dem Vereinsheim vor ca. 80 Jahren schwimmend auf einer Dachpappe verlegt. Im Laufe der vielen Jahre hat sich die Pappe teilweise auf das Parkett übertragen. Da Parkett aus Holz besteht und Holz ein Naturprodukt ist, arbeitet dies natürlich. Beim Aufwerten besteht eine unserer Aufgaben darin, die alte Dachpappe von dem Vollholzparkett zu entfernen. 


(Parkett auf originaler Dachpappe im Vereinsheim)

Je nach Zustand des Fundes muss unser Tischlermeister individuell entscheiden. Mal entfernt er alte Nägel, mal muss er kaum nacharbeiten, da sich das alte Parkett in einem sehr guten Zustand befindet. Uns ist sehr wichtig, dass das Parkett zwar aufgewertet wird, aber den alten Charme stets beibehält.

Die Spuren eines alten Nagels oder des Holzwurms wollen wir gerne zur Geltung bringen und erhalten. Hierbei entfernt unser Tischlermeister zwar den alten Nagel per Hand, die Spuren bleiben aber durch schwarze Flecken auf der Tischplatte sichtbar. Die kleinen Schönheitsfehler stehen für das vorherige Leben, das wir lieben und schätzen. Das macht jeden unserer Tische einzigartig und beleuchtet nochmal die ganz eigene Geschichte.

 
(Ein ca. 100 Jahre alter Nagel im historischen Parkett)

Im 100 Jahren alten Parkett verändert ein alter Nagel die Farbe des Holzes: Das Metall reagiert mit der Gerbsäure (Eiche beispielsweise enthält Gerbsäure) und wird infolgedessen schwarz.

Um Greta ganz nach euren Wünschen und in verschiedenen Größen herstellen zu können, müssen erst einmal zwei Holzplatten per Hand zugeschnitten werden. Diese beiden Platten werden anschließend miteinander verleimt, parallel dazu wird das Parkett weiter bearbeitet, auf Maß und auf 1cm dicke zugeschnitten. Als nächstes wird das aufgearbeitete Parkett auf die beiden zuvor verleimten Platten im Fischgrätenmuster verlegt.


(Aufgearbeitetes Parkett im Fischgrätenmuster verlegt)
 
Das Holz wird, um eine gleichmäßigen Verleimung zu erhalten, in einer Presse mit viel Druck verpresst.


(Individuelle, handgebaute Presse für unseren Tisch Greta)

Somit entsteht eine ebene Platte. Demnach können wir eine Tischplatte ohne wellige Stellen gewährleisten. Im nächsten Schritt lässt man die Platten erst einmal trocknen. Dieser Trocknungsprozess nimmt ca. zwei bis drei Tage in Anspruch. Im Anschluss wird das Parkett per Hand in kreisenden Bewegungen geschliffen. So werden noch letzte vorhandene Unebenheiten beseitigt. Nun werden mit einer speziellen Spachtelmasse mögliche offene Fugen zwischen den Parkettstäben verspachtelt. Der Spachtelvorgang wird so oft wiederholt, bis alle Fugen fein ausgefüllt sind. Anschließend wird die Oberfläche nochmals mit feinkörnigem Schleifpapier per Hand geschliffen. Jetzt wo die Platte fertig ist, wird der Tisch im Anschluss noch mit einer Vollholzeichenkante umrahmt.

Nun folgen die letzten Feinschliffe: Zu guter Letzt wird das Holz geölt, um eine offenporige, geschützte Oberfläche zu erhalten. Durch das Öl wird die Maserung hervorgehoben und vor äußeren Einflüssen, wie Flüssigkeiten, Wasserrändern und Kratzern geschützt.


(Tischplatte wird per Hand geölt)

Für die optimale Pflege unserer wunderschönen „Greta“ können wir dir wärmstens das Möbelöl von Renuwell, das auch in unserem Shop erhältlich ist, empfehlen. Das Öl ist auf rein pflanzlicher Basis und ist für die Pflege unserer Tischplatten bestens geeignet.

Und jetzt wird Greta verpackt: Um auch hier den Nachhaltigkeitsaspekt nicht aus dem Auge zu verlieren, versuchen wir, trotz Herausforderung, ausschließlich mit Pappe zu verpacken.  

... Jetzt ist Greta auch schon auf dem Weg zu dir und freut sich sehr auf ihr neues Zuhause!